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2.6.2026

Lampenfieber überwinden: Wie aus Angst Rampenrausch wird

Vor jedem Auftritt kenne ich dieses Gefühl. Das Herz klopft, die Hände werden feucht, die Gedanken rasen. Lampenfieber gehört zu meinem Leben als Geigerin, seit ich denken kann.

Lange habe ich dagegen gekämpft. Heute weiß ich: Lampenfieber ist kein Feind. Es ist Energie, die nur eine Richtung sucht.

In diesem Beitrag teile ich, was mir wirklich geholfen hat. Ganz ehrlich und ohne große Theorie.

Warum Lampenfieber ganz normal ist

Dein Körper macht sich bereit für einen wichtigen Moment. Er schüttet Adrenalin aus, dein Puls steigt, deine Sinne werden wach.

Das ist kein Fehler. Das ist dein System, das dich schützen will.

Das Problem entsteht erst, wenn wir diese Wachheit als Gefahr deuten. Dann wird aus Spannung Angst.

Leerer Konzertsaal kurz vor dem Auftritt

Der Moment kurz vor der Bühne

Genau hier, kurz bevor ich rausgehe, ist mein Lampenfieber am stärksten. Der Saal ist noch leer und still. Mein Kopf erzählt mir Geschichten über alles, was schiefgehen könnte.

Diese Geschichten sind selten wahr. Ich habe gelernt, ihnen weniger zu glauben.

Statt gegen die Nervosität zu kämpfen, sage ich mir heute einen einfachen Satz. “Ich darf aufgeregt sein. Ich bin trotzdem gut genug.”

Fünf Wege, die mir wirklich helfen

Atme tief und langsam. Eine lange Ausatmung beruhigt dein Nervensystem in Sekunden. Vier Sekunden ein, sechs Sekunden aus.

Bereite dich gut vor und lass dann los. Sicherheit kommt aus dem Üben, nicht aus dem Grübeln am Konzerttag.

Richte deinen Blick nach außen. Denk an die Musik und an die Menschen, denen du etwas schenken willst. Nicht an dich selbst.

Sprich freundlich mit dir. Eine gute Freundin würdest du auch nicht beschimpfen. Behandle dich genauso.

Sieh die Aufregung als Vorfreude. Angst und Vorfreude fühlen sich im Körper fast gleich an. Du darfst selbst entscheiden, wie du sie nennst.

Ruhiges Meer im weichen Morgenlicht

Von Lampenfieber zu Rampenrausch

Wenn ich loslasse und mich mit der Musik verbinde, kippt etwas. Aus der Anspannung wird ein Sog. Aus der Angst wird Lebendigkeit.

Diesen Zustand nenne ich Rampenrausch. Er entsteht nicht, weil die Nervosität verschwindet. Er entsteht, weil ich aufhöre, gegen sie zu kämpfen.

Du musst dein Lampenfieber nicht besiegen. Du darfst lernen, mit ihm zu spielen.

Lust auf mehr Austausch?

Genau über solche Themen sprechen wir im Open House von Music in Spirit. Offen, ehrlich und kostenfrei.

Ich freu mich auf dich.

Catherine Aglibut, Barockgeigerin und Gründerin von Music in Spirit

Von Catherine

Catherine Aglibut

Ich bin Barockgeigerin und spiele seit über 25 Jahren in internationalen Ensembles. Lange habe ich mit Leistungsdruck und Selbstzweifeln gekämpft. Heute begleite ich Musiker:innen dabei, freier und lebendiger zu spielen.

Im Open House von Music in Spirit teile ich meine Erfahrungen. Kostenfrei und offen für alle.

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